Chronik

Chronik

Das Jahr 1969 war in vieler Hinsicht ein besonderes Jahr:

…der Film „Easy Rider“ kam in die Kinos…

…Honda schockte alle anderen mit einem 750ccm 4 Zylinder Motorrad…

…und in diesem Jahr gründete sich in Wiesbaden der Motorrad Club BLACK DEVILS.

So einzigartig wie das erste Vierzylindertriebwerk in einem Großserien-Motorrad so besonders war auch der Club Black Devils, denn 99 – Prozent der im Rhein-Main-Gebiet gegründeten Motorrad-Clubs wurden von US Soldaten gegründet.

Die Gi’s wollten, aus Vietnam kommend, in Deutschland erstmal die Wirren des Krieges vergessen und Party feiern.

Anders die Black Devils.

Sie setzten sich aus der Arbeiter-Jugend zusammen und suchten ihre eigene Welt außerhalb von Job und Familie.

Man traf sich an der „Jahn Eiche“ oder einfach bei dem, der das größte Zimmer hatte. Fast alle Jungs kamen aus der Waldstraße oder vom Gräselberg.

Gerry, Tommy, Andy und Susi sind Männer der ersten Stunde.

Lange Haare, alte Leder- oder Bomberjacken, frisierte Mopeds, Sauf- und Drogenpartys, die meisten an Kiesgruben in Hofheim, Erbenheim und später auch in Obernhof an der Lahn stattfanden- das war ihre Welt.

Dem Normalbürger war das natürlich ein gewaltiger Dorn im Auge. Ihre gerade wiederhergestellte „heile Welt“ kam ins Wanken, wenn die wilde Horde von Devils auf Volksfesten oder Rummelplätzen einfiel und ihren Spaß hatte.

Sie waren immer bereit ihre Ideale mit den Fäusten und auch anderen Mitteln durchzusetzen.
Namen wie „Allemacher“, „Bär“, „Hoss“, „Schüngel Bernd“. „Hammel“, oder „Schuler“ bürgten für Qualität.

Für die Jungs gab es nur eine Richtung: „Nach vorne“

Ihre konsequente Einstellung blieb auch der Obrigkeit nicht verborgen.
Immer öfter wurden die Motorräder der Mitglieder kontrolliert und sichergestellt.
Aber wer jetzt dachte, die Mitglieder würden wegen ihrer oft illegalen Umbauten einsichtig sein, der irrte sich gewaltig.
Das Obrigkeitsdenken, wie es ihre Eltern hatten, hatten die Devils nie.

Aus sicherer Überlieferung wird berichtet, daß einem Motorrad-Bullen während der Überprüfung einiger Devils das Motorrad gestohlen und die Teile einer sinnvolleren Nutzung zugeführt wurden.

Nach permanentem Devils-Terror in der Stadt und Umfeld und dem immer öfteren Rauswurf nach Schlägereien aus Kneipen, beschloss die Stadt Wiesbaden den Ausnahmezustand zu beenden und stellte einen Clubraum in einer alten Schule auf dem Gräselberg zur Verfügung.

Die Devils wurden zwar nicht zahmer, aber sie verschonten wenigstens die Innenstadt mit ihrer Randale- manchmal wenigstens.

Der Clubraum wurde für alle zu ihrem Zuhause. Hier war ihre Familie.
Man traf sich jeden Tag nach der Arbeit und im Sommer startete man vom Club aus fast jeden Abend zu einer Ausfahrt um Spaß zu haben.

Hier störte es niemanden, wenn man mal eine Tüte rauchte oder sich am Wochenende besoff.

Als besonders günstiger Umstand erwies sich, daß sich auf dem Nachbargrundstück das „Kalle Bad“ befand.

Um jederzeit freien Zugang zum „Freibad“ zu erhalten, wurde in einer Nacht- und Nebelaktion ein Loch in den Zaun geschnitten.

Den anfänglichen Unmut des Hausmeisters konnte man mit der Option auf einen doppelten Kieferbruch zerstreuen.

Auch sein treuer Schäferhund schlug sich auf die Seite des stärkeren, und war bald der beste Freund der Devils.

Die allwöchentlich stattfindende Dreimeterturm-Freestyle-Meisterschaft konnte über lange Zeit Schüngel Bernd mit dem Klappstuhl- und Zylindersprung für sich entscheiden.

Neuteilnehmer schlugen des öfteren beim Kopfsprung in das Kinderbecken mit dem Untermaul auf den Beckenboden.

Das Wort „Brüder“ ist heute in vielen Clubs halt nur ein Wort, aber die Black Devils waren wirklich Brüder.

Jeder der Probleme hatte- egal welcher Art- konnte sich der Hilfe seiner Kumpels sicher sein.

Genauso einzigartig wie die Mitglieder, so einzigartig waren auch ihre Motorräder.

Am Anfang waren es BMW’s der 50er und 60er Jahre, die mit einem großen Hoske Tank, einem Lenker mit Mittelstrebe und Hose oder Bühlertüten ausgestattet waren.
Lackiert wurde im Keller oder im Freien und Schüngel Bernd war zu dieser Zeit ein Meister des Lacks.

Er lackierte BMW’s im Glimmerlack- so etwas hatte man zuvor nur in Zeitungen oder auf US-Bikes gesehen.

Lange Zeit bestand die Führung des Clubs aus fünf gewählten Mitgliedern. Sie kümmerten sich um alle Clubbelange und waren Ansprechpartner für alle Anderen.

In den Jahren 1978 bis 1982 verließen einige Mitglieder den und die Ära von Fred † begann.

Er war fortan Präsident des Clubs.
Mit seiner konsequenten und doch brüderlichen Art wurde er von allen Clubs in Deutschland geachtet. Auch für ihn galt immer „Der Weg der Devils ist nur nach vorne“.
In den 70er Jahren gab es das erste Chapter in Frankfurt, aber nach nicht allzu langer Zeit schloss man das Chapter und die Mitglieder wechselten zu den Black Devils Wiesbaden.

Es sollte fast zwanzig Jahre dauern bis man sich entschloss, wieder Chapter in anderen Städten zuzulassen. Dies aber mit großem Erfolg, wie man heute sehen kann:
Nicht nur in Deutschland gibt es neun (Stand 2009) Chapter, sondern auch in Italien sind es mittlerweile sieben.
Alle mit guten Leuten und großen Clubhäusern.

Als Anfang der 80er Jahre der Clubraum auf dem Gräselberg von einem Brandstifter abgefackelt wurde, mußte man in ein heruntergekommenes Haus auf der Dotzheimer Straße umziehen.

Doch auch diese Unterkunft behielt man nicht lange. Als einige Brüder mehrere Jahre im Knast verweilen mußten verlor man auch dieses Clubhaus.

Es gelang jedoch dem Rest des Clubs einen Clubraum in der Mainzer Innenstadt in der Nachbarschaft zum Gemüsemarkt anzumieten.

Wegen der vorgenannten Inhaftierung einiger Brüder mußte „Schande“ für einige Zeit die Führung übernehmen.

Es war eine sehr harte Zeit für viele.

Über all die Jahre blieben auch die ausgetretenen Mitglieder mit ihrem Club verbunden.

Man sah sie gerne als Gäste, aber in erster Linie als Brüder und Weggefährten.

1995 war ein schlimmes Jahr. Fred der bis dahin Präsident war verstarb leider viel zu früh.

In der Trauer darüber einen guten Freund verloren zu haben, kam dann noch die Nachricht daß das Gelände auf dem das Clubhaus stand für einen Neubau eingeebnet werden sollte.

In dieser Situation zeigte sich der Zusammenhalt der Brüder.

Schon1996 hatte man in Mainz Mombach ein ehemaliges Bahnhofsgebäude zu einem schönen großen Clubhaus ausgebaut.

Die Einweihungsparty wurde seinerzeit mit einem Konzert der Toten Hosen gekrönt.

Manni †, der von den Devils Frankfurt kam, ein persönlicher Freund der Band, hatte dies spektakulär eingefädelt.

Der nächste große Schock nach Freds Tot war, das die Unvernunft einiger weniger den Verlust des Clubhauses zur Folge hatte.

„Ringo“ der nur kurz Präsident war, mußte den Club verlassen.

1999 wählten die Brüder „Maga“ zu ihrem neuen Präsidenten und „Kalli“ zum Vize

Dieses Amt begleiten sie noch heute.

Nach einiger Zeit ohne „Dach über dem Kopf“ fand man ein neues Zuhause in Taunusstein.

Nach einer gründlichen Renovierung, bei der René als Elektro Spezialist, der schon mit einem Voltmeter auf die Welt kam, mehrere Wochen die marode Elektrik auf Vordermann brachte und Blitzi, ein Freund des Clubs, seine besonders gelungenen Airbrush Arbeiten beendet hatte, konnte man mit einer großen Eröffnungsparty der Öffentlichkeit ein Clubhaus präsentieren, das einem der ältesten Clubs Deutschlands würdig ist.

Man hofft nun auf ein längeres festes Zuhause.

Im Jahre 2009 sind die Back Devils nun 40 Jahre alt.

Man war schon in der Planung einer großen Party, als die Brüder einen erneuten Schicksalsschlag hinnehmen mußten.

Manni, langjähriges Mitglied und Chef der Secutity, die auf allen Events der Toten Hosen für Sicherheit sorgen. verstarb nach langem Kampf an einer heimtückischen Krankheit.

Er hatte nie geklagt, immer gekämpft und letztlich doch verloren.

An seiner Beisetzung nahmen ungefähr 2000 Personen teil.

Alle großen Clubs hatten eine Abordnung geschickt und auch die Toten Hosen waren komplett erschienen sich von einem guten Freund und treuen Weggefährten zu verabschieden.

Die Trauer um Manni war noch nicht verdaut, als am 12.April 2009 Bubi mit seinem Motorrad tödlich verunglückte.

Makaber war, daß er auf der Rückfahrt von einem Besuch an Manni’s Grab war.

Für viele Außenstehende ist es sicher schwer nachvollziehbar, daß ein Club in einem Jahr, in dem er zwei seiner Brüder verloren hat, eine 40-Jahres-Party macht.

Aber so sind Rocker, sie leben ihre eigenen Gesetze.

Unsere verstorbenen Brüder hätten es nicht anders gewollt und -wo immer sie sind- sie feiern mit uns!

Tot sind nur die vergessenen.

Die Black Devils hatten niemals den Anspruch, der größte Club Deutschlands zu sein.

Man nahm immer nur Mitglieder auf, bei denen man nach langer Probezeit sicher war, daß ihre Einstellung und ihre Gesinnung zum Club paßten.

Nachwuchssorgen hatte man trotzdem nie.

Heute wie damals steht der Spaß am Motorradfahren an erster Stelle.

Von all den Gründungsmitgliedern fahren heute noch über 70 Prozent Motorrad und viele sind regelmäßig im Club anzutreffen.

Eine alte Bruderschaft endet eben nie.

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